Cannabis Studien: Schwerpunkte der Forschung

Cannabis als Medizin ist für viele Patienten eine Alternative zur Behandlung diverser Krankheitsbilder geworden. Die Liste an Medikamenten nimmt dabei immer weiter zu, denn auch Hersteller erkennen den Markt und möchten die Nachfrage bedienen. Viele der Mittel werden u. a. als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, insbesondere, wenn sie primär den Wirkstoff Cannabidiol (CBD) enthalten. Schließlich unterliegt nur Tetrahydrocannabinol (THC) dem Betäubungsmittelgesetz und darf nur auf Rezept herausgegeben werden. Wie steht es hingegen um die aktuelle Forschung? Was wissen Forscher bereits und wo liegen aktuell die Schwerpunkte?

Warum wir noch nicht alles wissen…

Cannabis ist eine Pflanze, die bereits vor Jahrtausenden in der Medizin gegen diverse Leiden eingesetzt wurde. Dementsprechend groß ist der in Dokumenten festgehaltene Erfahrungsschatz, den Ärzte und Patienten über die Zeit festgehalten haben. Dennoch: Der modernen Medizin reichen diese Daten selten, sodass Studien und Forschungsarbeiten basierend auf der medizinischen Evidenz mit Placebo-kontrollierten Gruppen ausstehen. Durch das jahrzehntelange Cannabisverbot standen diese Arbeiten jedoch still, denn niemand konnte an die zu untersuchende Pflanze herankommen. Daher nimmt die Forschung erst seit 2017 seine Arbeit in Deutschland wieder uneingeschränkt auf. Aus dem Grund liegen Forscher mit Erkenntnissen und Wissen zurück, denn die Zeit des Stillstands muss zunächst aufgeholt werden.

Was wissen wir bereits?

Cannabis wurde und wird bis heute bei diversen Krankheiten genutzt. Von Entzündungen über Krebs bis hin zu Schmerzen in der Brustwirbelsäule und im Magen oder psychischen Symptomen. Das liegt insbesondere an der Verteilung der für den Effekt verantwortlichen Rezeptoren im menschlichen Körper. Sie befinden sich im zentralen und dezentralen Nervensystem, auf Zellen des Immunsystems sowie auf Knochenzellen. Aufgrund der Verstreuung sind die Anwendungsgebiete so vielfältig. Bislang sind zwei Rezeptortypen bekannt: CB1 und CB2. Weitere werden von Forschern jedoch stark vermutet.

 

Cannabinoide sind mittlerweile mehr als 100 identifiziert worden, die primär in bestimmten Hanfsorten zu finden sind. THC und CBD sind nur zwei der zahlreichen Wirkstoffe der Pflanze und am besten erforscht. Nichtsdestotrotz wissen Forscher auch über diese Substanzen nicht alles. Wie genau CBD auf das Endocannabinoid System wirkt, ist noch immer unbekannt. Die Wechselwirkungen der diversen Cannabinoide gestalten die Arbeit sehr komplex, sodass weiterhin Forschungsbedarf darin besteht, das Endocannabinoid System und seine Bestandteile eindeutig zu verstehen.

Bei welchen Krankheiten wurde eine Wirkung nachgewiesen?

Für die moderne Medizin reichen Erfahrungsberichte im Selbsttest nicht aus, um eine Wirkung eindeutig nachweisen zu können. Zu viele Faktoren spielen in diesen Test ein. Bis dato liegen vielversprechende Ergebnis bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen und des Dravet-Syndroms vor. Für diverse andere Krankheitsbilder wie psychische Erkrankungen oder Krebs sind noch nicht ausreichend Studien durchgeführt worden. Da auf nahezu allen Ebenen noch Wissenslücken vorhanden sind, wird die Medizin noch Zeit brauchen, um den Effekt von Cannabis tatsächlich zu be- oder widerlegen. Bis dahin bleibt Patienten nur der Selbsttest mit vom Arzt verordneten Medikamenten.

Wird es trotz des schlechten Wissensstandes eingesetzt?

Cannabis wird immer beliebter bei Patienten. Ärzte sind mit der Entwicklung bis heute überfordert, denn der Druck der Krankenkassen ist hoch. Nichtsdestotrotz nehmen sich immer mehr Ärzte der Anfrage an und verschreiben Cannabis meist auf Nachfrage ihrer Patienten. Die Argumentation bei den Krankenkassen wird hingegen immer einfacher für Betroffene und Ärzte, je mehr Studien und Forschungsarbeiten zur Behandlung mit Cannabis vorliegen. Bis jedoch alle Indikationen überprüft wurden, müssen sich Patienten und Mediziner voraussichtlich noch gedulden.

Sind Patienten zufrieden mit der Medikation?

Viele Patienten wagen den Selbsttest und sind auf Cannabis angewiesen, da es bei ihnen sehr gute Wirkungen erzielt. So finden sich vereinzelt Erfahrungsberichte von Betroffenen mit MS, ADHS oder Krebs. Sie sprechen oftmals von zahlreichen Medikamenten, die sie absetzen und mit Cannabis ersetzen konnten. So wird die Minderung von schweren Nebenwirkungen erreicht und mehr Lebensqualität garantiert. Auch Patienten, die mit Unruhe, Migräne und Anspannung zu kämpfen haben setzen auf die Pflanze. Viele von ihnen beginnen mit CBD-Präparaten, die sie ohne Rezept erhalten können und wagen der Selbsttest. Da allgemein wenige Nebenwirkungen und Folgen bekannt sind, lohnt sich das Experiment für viele.

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